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    Letter to Hitler (German), 1933

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    Letter to Hitler (German), 1933

    WATCH TOWER

    BIBLE AND TRACT SOCIETY

    PUBLISHERS OF THE BIBLE STUDENTS ASSOCIATION

    GENERAL OFFICES

    117 ADAMS STREET

    BROOKLYN

    NEW YORK, U.S.A.

    GERMAN BRANCH:

    WACHTTURMSTR. 1-19

    MAGDEBURG

    POSTSCH.-K. MAGDEBURG 4042

    6 . 65

    Kopie

    TELEPHONE: MAGDEBURG 40556,40557,40558 RADIO AND CABLE ADDRESS: WATCHTOWER MAGDEBURG

    Sehr verehrter Herr Reichskanzler!

    Am 25. Juni 1933 tagte in Perlin in der Sporthalle Wilmersdorf eine ca.

    5070 Personen unfassende und mehrere Millionen Deutscher représentierende Ver-

    treterkonferenz der Bittelforscher Deutschlands (Zeugen Jehovas), welche bereits

    seit vielen Jahren Freunde und Anhänger dieser Bewagung sind. Der Zwack dieter,

    von den Abgeordneten der einzelnen Bittelforscher

    teilen Massnahmen ergriffen, die in ihrem Ursprung lediglich als die Verfolgung

    von Christen durch andere Christen anzusprechen sind, weil die - diese Massnahmen

    auslösenden - gegen uns ernotenen Anschuldigungen meistens von klerikaler, be-

    sonders katholischer Soite aus erhoben wurden uni unwahr sind.

    Absolut überzeugt von der volligen Objektivität der die Angelegenheit bearbeitenden Regierungsstellen und Beamten, ersehen wir trotz allem, dass - einerseits wohl wegen des Umfanges unserer Literatur und andererseits wegen starker Inanspruchnahme der betreffenden Sachbearbeiter - der Inhalt unserer Literatur und der Sinn unserer Eewegung grösstenteils falsch beurteilt wird, und

    zwar nach dem, was unsere religiösen Gögnar - Vorurteil bewirkend - gegen uns

    vorbringen.

    Darum ist das auf dieser Konferenz Besprocheqa in beigofügter Erklärung der Watch Tower Bible and Tract Society niedergelegt, um es Ihnen, Herr Reichskanzler, sowie den hohen Regierungsstellen des Deutschen Reiches und der Länder zu Überreichen als Dokumentierung der Tatsache, dass die Hibelforscher Deutschlands als einziges Ziel ihrer Arbeit nur beabsichtigen, die Menschen zu Gott zu-

    ruckzuführen und den Namen Jenovas, des Allernöcasten, des Waters unseres Herrn

    und Erlösera Jesus Christus, auf Erden zu bezeugen und zu ehren. Wir wissen be-

    Die Bibelforschergemeinden Deutschlands und ihre Glieder sind allgemein bekannt als Hort wahrhafter Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten und als eifrige Pfleger sorgsamer Bibelforschung. Örtliche Folizeibehorden werden immer bestätigen müssen, dass Bibelforscher absolut zu den ordnungliabenden und -erhaltenden Elementen des Landes und volkes zu zahlen sind. Ihre einzige Mission ist Werbung der Menschenherzen für Gott.

    Die Watch Tower Bible and Tract Society ist die organisierende Missionzentrale der Bibelforscher (für Deutschland; Sitz Magdeburg).

    Das Brooklyner Präsidium der Watch Tower-Gesellschaft ist und war seit jeher in hervorragendem Masse Deutschfreundlich. Aus diesem Grunde wurden im Jahre 1918 der Präsident der Gesellschaft und die sieben Glieder des Direktoriums in Amerika zu 80 Jahren Zuchthaus verurteilt, weil der Präsident sich weigerte, zwel von ihm in Amerika gelöltete Zeitschriften zur Kriegspropaganda gegen

    Deutschland zu betrauchen. Diese zwei Zeitschriften „The Water Tower“ und „Bible

    student“ waren die beiden einzigen Zeitschriften Amerikas, die eine Kriegspropa-

    ganda gegen Deutschland verweigarten und darum während des Krieges in Amerika

    auch varboten und unterdrückt wurden.

    beigefugten Erklärung unterstreichen wir durch den Hinweis, dass die Kreise, welche diese Greuelpropaganda in Amerika leiteten (Geschäftsjuden und Katholiken), dort auch die rigorossten Verfolger der Arbeit unserer Gesellschaft und ihres Pracidiums sind. Durch diese und andere in der Erklärung enthaltenen Feststellungen soll die Zurückweisung der Verleumdung, Bibelforacher würden durch die Juden unterstützt, erfolgen.

    Die Vertreterkonferenz dieser fünftausend Telegierten nahm mit grosser Hoffriedigung Kenntnis von der durch den l'errn Regierungspräsidenten zu Magdeburg erfolgten Feststellung. dass die von unseren kirchlich

    Eine Erklärung der Reglerung aus Beeinträchtigung des Eibelförcher-Hazards — Die Preserstelle der Reglerung tritt mit: „Die politische Beeinträchtigung des Grundsatzes der „Vereinigung der menschen Eibelförcher“ in Magdeburg ist a. a. Dr. April aufgehoben worden, weil kein beastender Material klinischlich der behaupteten kriminalischen Beeinträchtigung gefunden worden ist.“

    Ferner: Magdoburger Tagezeitung Nr. 102 vom 3. Mai 1933:

    "Vom BELIO der Bibelforscheverwolfgung wird aus mitgeteilt, dass die Aktien, die von der Polizei gregen die Wachts

    termgeellschaft und Bibelforscheverwolfgung eingetreten wurde, insweisen pandatik aufgehoben worden ist. Perner wurde

    alle irrelgegeben, da die torgfältig durchgefahren Durchbauchung ergab, dass sich die Grassachaffen worder in politischer

    noch in kriminaler Hitaicht irgend etwas mußhalten kommen treuern, und well weiter featgretzt wurde, dass die

    brenden Grassachaffen absolut unpolitisch und strong religiose sind. ..."

    Von der Regierung wurde aus all Antrag die Richtigkeit dieser Angaben beeligt."

    Die Vertreterkonferenz dieser fünftausend Delegierten betonte, dass sie es nach dieser Sachlage unter ihrer Würde halte, sich fernerhin überhaupt noch gegen die verhältliche Verdächtigung Marxistischer oder gar communistischer Betätigung verteidigen zu müssen. Diese widerlegten Verleumdungen unserer religiösen Gegner tragen eindeutig das Signum religiöser Konkurrenz, die einen ehrlichen Mahnner statt mit Gottes Wort, mit dem wenig schönen Mittel der Verleumdung erdrosseln möchte.

    Weiter wurde auf dieser Konferenz der fünftausend Delegierten - wie in der Erklärung ausgedruckt - festgestellt, dass die Bibelforscher Deutschlands für dieselben hoben ethischen Ziele und Ideale vätten, welche die nationale

    Regierung des Deutschen Reiches bezüglich des Verhältni. ses des Menschen zu Gott

    proklamierte, nämlich: Ehrlichkeit des Geschöpfes gegenüber dem Schöpfer!

    Auf der Konferenz wurde festgestellt, dass in dem Verhältnis der Bibel-

    forscher Deutschland zur nationalen Rezierung des Deutschen Reiches keinerlei

    gegensätze vorliegen, sondern dass im Gagenteil - bezüglich der rein religiosen,

    unpolitischen Zielle und Bestrebungen der Bibelforacher - zu sagen ist, dass

    diese in völliger Übereinstimmung mit den gleichlaufenden Ziellen der nationalen

    Rezierung des Deutschen Reiches sind.

    Unter Berufung auf die angoblich harte Sprache unserer Literatur er-

    folgten einige Verbote unserer Bücher. Die Konferenz der fünftausend Delegierten

    verwies dazu auf den Umstand, dass der beanstandete Inhalt der Bücher doch nur

    Bezug nimmt auf Zustände und Handlungen in Anglo-Amerikanischen Weltreien, und

    dass dieses - spazielle England - doch für den Völkeroundi uni die auf Deutschland

    gelagten ungerechten Verträge und Lasten verantwortlich zu machen ist. Das in

    obigen Sinne unserer Literatur Gesagte richtet sich also doch - einerlei, ob in

    finanzieller, politischer oder ultramontaner Beziehung - gagan die Badrücker des deutschen Volkes und Landes, aber doch nicht gegen das sich gegen diese Lasten

    sträubende Deutschland, so dass die erfolgten Verbote absolut unverständlich

    sind.

    Für diejenigen deutschen Ländergruppen, in denen sogar Verbote der

    Bibelforscher-Gottesdienst, Verbote ihrer Gebetsversammlungen usw. vorliegen,

    und die seit vielen Wochen auf eine gerechte Lösung dieses, ihr religiöses Leben

    knebelnden Zustandes warten, wurde folgenies ausgeführt:

    Wir wollen auch weiterhin den erlassenen Verkotsanordnungen Folge leisten; denn wir sind gewiss, dass der Herr Reichskanzler bzw. die einzelnen hohen Landesregierungen diese Massnahmen - durch welche zehntausende christliche Manner und Frauen schließen einem den Wrenristen-Leiden vergleichbaren Mütterrertum verfallen müssen - nach Kennnis der wirklichen Sachlage aufheben werden.

    Endlich bekuniete diese Konferenz der fünftausend Delegiorten, dass die

    Bibelforscher- bzw. die Watch-Tower-Organisation eintritt für die Aufrecht-

    erholtung von Ordnung und Sicherheit des Stantes, sowie für die Förderung der

    vorerwahnten, auf relikrosen Gebiet lieenden Loken Ideale der nationalen Re-

    gierurg. U= niervon vor allen Lingen zei

    vorke, und den austigen honen regierungsbedürfnien des Leitstreichen Notches und der Länder Kenntnis zu geben, wurde das vorstehend kurz Gesagte in anliegender Erklarung ausführlich niedergelegt.

    Diese beigefügte Erklärung wurde vom Sekretär der funftausend Delegier-

    ten der Bibelforscherkonferenz vorgegeben und von dieser einstimmig gebilligt

    und argonomoren mit dem Auftrag, je ein exemplar dieser Erklärung zusammen mit

    diesen Verraumlungsbericht dem Herrn Reichskanzler und den übrigen hohen Regi-

    gierungsebauten des Reiches und der ländern zu überreichen.

    Dies geschieht hierdurch mit der ergebenen Hitto, dem in der Erklärung zum Auadruck gebrachten Ansuchen geneigtest entsprechen zu wollen:

    Namlich, einer Kommission aus unserer Mitte Gelegenheit zu geben zur

    verantwortlichen Darlegung des wahren ausvernalt vor dem Herrn Reizenkanzler

    Reichskanzler eine Kommission von Mannern bestimmen, die nicht durch religiöse Vorurteile gegen uns eingenommen sind, also von Mannern, die solbat nicht toruf- lich religiöse interessiert sind, sondern die wirklich nur - den für solche Fälle geltenden gerechten und vom Herrn Reichskanzler selbst aufgestellten Grundsätzen entsprochend - uncore Angolugenheit vorurteillos prüfen würden. Mit diesen Grundsätzen meinen wir das in Punkt 24 des Programms der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartai Gesagte:

    Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Stant, so weit

    sie nicht dessen Bestand getahren oder gegen das Sittlichkeits- und Morelgefühl

    der germanischen Rasse verstossen.

    Dio Partoi also solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christen-

    kampft den juoischen-materialistischen geist in und ausser uns und 1st überzeugt, dass eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus---"

    Wir sind fest überzeugt, dass - wonn man uns religios vorurteillos erstens nur nach Gottes Wort und zweitens diesen angeführten Programmpunkten nach beurteilt - die nationale Regierung Deutschlands keinerlei Ursache finden wird, unsere Gottesdienste oder unsere Missionstätigkeit zu hindern.

    In Erwartung einer baldigen gültigen Zusage, und mit der Versicherung unserer allergrössten Hochachtung, sind wir, sehr verehrter Herr Reichskanzler,

    ergobonst

    Watch Tower Bible and Tract Society Magdaburg